a:m+i auf der ZMP 2017

Ohne die Einführung intelligenter Messsysteme (iMSys) gibt es keine Digitalisierung der Energiewende in Deutschland. So lautet das Fazit des Fachkongresses Zählen – Messen – Prüfen (ZMP) des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE/FNN) in Leipzig. Rund 800 Fachexperten diskutierten über Probleme und mögliche Lösungen beim Rollout digitaler Energiemesstechnik. Die Agentur für Messwertqualität und Innnovation e. V. (a:m+i) war mit eigenem Messestand und mehreren Referenten vertreten. Eines der Highlights auf dem Stand der a:m+i war das Thema Prüfbarkeit von Messsystemen, welches zusammen mit den Firmen exceeding solutions und utilitools aus dem Umfeld von Prof. Dr. Heuert, Hochschule Merseburg, bearbeitet wird.
Die Teilnehmer interessierten sich für die Fragen beim Aufbau und Betrieb des intelligenten Stromnetzes sowie für die Verfügbarkeit zertifizierter und interoperabler Komponenten der intelligenten Messsysteme am Markt. Hierzu wurden interessante Vorträge gehalten, allerdings war das Resultat der Diskussionen eher ernüchternd. Die politisch Verantwortlichen sind zwar der Meinung, dass man mit den vorliegenden Standards die Voraussetzungen für eine funktionierende Smart Meter Gateway (SMG)-Plattform geschaffen habe, jedoch die praktische Umsetzung werde immer wieder zu neuen Anforderungen und Funktionen führen.
Als eine wesentliche Herausforderung wurde in mehreren Beiträgen auf die unzureichende kommunikative Einbeziehung der Stromnetz-Endkunden hingewiesen, denn die Mehrheit der Letztverbraucher ist unzureichend über den Nutzen des intelligenten Stromnetzes informiert. Dennoch wurde von Vortragenden gefordert, die verfügbaren SMG in größerer Anzahl einzusetzen, um Erfahrungen für die weitere Entwicklung zu sammeln. Problematisch sind hierbei die unzureichende Prüfbarkeit und mangelnde Interoperabilität der SMG, auf die in einem Vortrag von Prof. Dr. Heuert besonders hingewiesen wurde.
Der erste Kongresstag endete mit der Verleihung des „Georg-Hummel-Preises“. Mit je einem Technik- und einem Ökonomiepreis werden hervorragende Studien- und Abschlussarbeiten aus dem Bereich der Messung elektrischer Energie und Leistung ausgezeichnet.
Den Technikpreis erhielt Martin Langer, der an der Fakultät Elektrotechnik der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel im Masterstudiengang Intelligente Mobilität und Energiesysteme studierte. In seiner Abschlussarbeit befasste er sich mit der Übertragung von gesicherten Zeitinformationen, um zu verhindern, dass  ein potentieller Hackerangriff die in intelligenten Messsystemen verwendeten Datenbanksysteme, eichpflichtigen Geräte oder  Prozessabläufe nicht stört. Martin Langer hat deshalb eine Software für Schutzfunktionen entwickelt, damit die Geräte zukünftig eine kryptografisch gesicherte Zeitübertragung nutzen können.
Mit dem Ökonomiepreis wurde Axel Hoffmann, Mitarbeiter der Voltaris GmbH, für seine Bachelorarbeit "Umsetzbarkeitsanalyse des BDEW Ampelkonzepts durch den Einsatz intelligenter Messsysteme" ausgezeichnet. Darin weist er nach, dass die intelligenten Messsysteme als sichere Kommunikationsplattform zur Anbindung fernsteuerbarer Anlagen dienen können. Verfasst hat er sie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.
Der anschließende Kommunikationsabend in der Ausstellung bot eine hervorragende Gelegenheit, um z.B. die bereits in den Pausen zwischen den Vorträgen begonnenen Gespräche mit Fachkolleginnen und -kollegen zur aktuellen Entwicklung im Zähl- und Messwesen zu vertiefen oder um neue Kontakte zu knüpfen.
Am zweiten Kongresstag ging es dann nach einem ersten Vortragsblock zum neuen Mess- und Eichrecht in fünf parallelen Fachforen u.a. um die Darstellung des aktuellen Standes bei der Qualitätssicherung eines erfolgreichen Rollouts, um den sicheren Systembetrieb in der digitalen Welt, um die Zukunft der staatlich anerkannten Prüfstellen unter Berücksichtigung des neuen Eichrechts, um Innovationen und neue Dienste z.B. in der Wohnungswirtschaft sowie um das Steuern mit dem intelligenten Messsystem. Hier konnten die innovativen Ideen der a:m+i insbesondere im Forum 3 unter der Moderation von Herrn Kramny (Finanzvorstand) in den Vorträgen von Herrn Dr. Gabriel (Geschäftsführer), Herrn Prof. Dr. Heuert und Herrn Hentschke (Beirat) vorgestellt werden.
Im letzten Vortragsblock der ZMP ging es dann noch um die Frage: Wie setzen Messstellenbetreiber die neuen Anforderungen um? Die anschließenden Vorträge versuchten diese Frage mit Strategien aus der Praxis zu beantworten.
Die köstlichen Kaffeespezialitäten von einem Barrista aus dem Teutoburger Wald lockten wieder viele Gäste der ZMP an den belebten a:m+i-Messestand. Der sehr engagierte Standdienst konnte daher zahlreiche gute Gespräche mit den an a:m+i interessierten Gästen führen. Jeder Teilnehmer der ZMP erhielt zudem als Werbegeschenk ein kleines Taschenlicht mit a:m+i-Logo. Die a:m+i-Auftritt auf der ZMP kann daher trotz der nicht zu vernachlässigenden Kosten als voller Erfolg verbucht werden.


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